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10 Regeln für ein besseres Leben

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(oder: Wie Ihr Körper wieder gern für Sie arbeitet)

1. Ihr Körper ist eine Ordination. Und irgendwann ist Büroschluss.

Leber, Darm, Bauchspeicheldrüse – alles bestens ausgebildete Fachabteilungen. Aber keine Nachtschicht. Abends wird geschlossen, aufgeräumt, repariert. Wer dann noch Obst, Rohkost oder schwere Kost anliefert, steht sinnbildlich vor verschlossener Tür und ruft: „Nur noch schnell!“
Antwort: Schweigen. Oder Verdauungschaos.

2. Schlaf ist die Reinigungsfirma – ohne ihn bleibt alles liegen.

Sie können tagsüber noch so diszipliniert sein: Wenn nachts niemand putzt, stapelt sich der Müll. Schlaf räumt auf, repariert, archiviert. Kein Lebensmittel der Welt ersetzt eine Nacht, in der wirklich gearbeitet werden durfte.

3. Bewegung ist der Hausmeister, nicht der Zuchtmeister.

Der Körper will nicht gedrillt werden. Er will in Gang bleiben. Bewegung hält die Leitungen frei, die Türen geschmeidig, die Räume benutzbar. Wer den Hausmeister täglich kurz durchgehen lässt, verhindert größere Sanierungen.

4. Frische Luft ist das tägliche Lüften.

Fenster auf, Durchzug, kurz kalt, kurz wach. Ohne frische Luft wird jedes noch so schöne Gebäude stickig. Der Körper ist da nicht anders. Sauerstoff und Licht klären schneller als jedes gute Vorsatz-Gespräch.

5. Ständiges Snacken ist wie Dauerbesuch im Wartezimmer.

Der Darm kommt nie dazu, seine Arbeit zu beenden, weil ständig jemand hereinkommt. Essen Sie zu fixen Zeiten. Lassen Sie Pausen zu. Auch die besten Ärzte arbeiten konzentrierter ohne Dauerstörung.

6. Warme Mahlzeiten sind wie gut gewartete Heizungen.

Sie laufen leise, effizient und zuverlässig. Rohkost ist kalt, anspruchsvoll und abends schlicht fehl am Platz. Der Körper will Wärme, nicht Diskussionen.

7. Routinen sind die Terminpläne des Lebens.

Je weniger spontan organisiert werden muss, desto ruhiger läuft der Betrieb. Gleiche Frühstücke, gleiche Abläufe, bekannte Zeiten – das ist keine Langeweile, das ist Effizienz auf höchstem Niveau.

8. Atmung ist die Gegensprechanlage zum Nervensystem.

Kurze, hektische Atemzüge sind Daueralarm. Lange Ausatmung sagt: „Alles unter Kontrolle.“ Der Körper hört zu. Immer.

9. Nicht jeder Besucher ist willkommen.

Manche Menschen bringen Ruhe, andere Unordnung. Der Körper merkt den Unterschied sofort. Wer nach Begegnungen erschöpft ist, hatte kein Gespräch – sondern eine Störung im Betriebsablauf.

10. Perfektion ist ein Großumbau. Regelmäßigkeit ist Instandhaltung.

Der Körper mag keine radikalen Renovierungen. Er mag tägliche Pflege. Lieber konstant ein bisschen richtig als kurzzeitig alles perfekt. Gebäude halten so länger. Menschen auch.

Schlussgedanke

Ein gutes Leben entsteht nicht durch Druck, sondern durch funktionierende Abläufe.
Wer versteht, dass der Körper ein System mit Zeiten, Regeln und Bedürfnissen ist, lebt entspannter – und erstaunlich effektiver.

Heidelinde Dvoracek
Heidelinde Dvoracekhttps://voyage.next-play.at
VOYAGE von Heidelinde Dvoracek ist ein editorialer Denkraum für ausgewählte Perspektiven auf unsere Zeit. Im Mittelpunkt stehen Persönlichkeiten, Orte und Ideen, die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen prägen. Qualität vor Geschwindigkeit. Tiefe vor Lautstärke. Relevanz vor Reichweite.

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