Warum moderne Medizin den Mund längst nicht mehr isoliert betrachtet – und was das über unseren Körper verrät

Jetzt haben unsere Zähne also auch Gefühle?
Diese Frage klingt zunächst absurd, beinahe überzogen. Und doch markiert sie einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel in der Medizin. Denn was die internationale Forschung heute zeigt, ist nicht, dass Zähne fühlen wie Menschen, sondern dass sie eingebettet sind in ein komplexes System aus Nerven, Muskeln, Immunsignalen, Stoffwechselprozessen und biochemischer Kommunikation.

Eine der Ärztinnen, die dieses Denken nicht nur kennt, sondern konsequent lebt, ist Dr. Carina Emerich-Herzog. Als Zahntechnikermeisterin und promovierte Zahnärztin vereint sie zwei vollständige Berufe in einer Person und betrachtet den Mund nicht als isolierten Ort, sondern als sensiblen Knotenpunkt des gesamten Körpers.

Wer Zähne isoliert betrachtet, übersieht oft das Entscheidende. Wer ihnen zuhört, erkennt Zusammenhänge. Genau davon erzählt dieses Porträt.

Warum Zähne nie nur Zähne sind

Good to know – was jede und jeder über Zahngesundheit wissen sollte

Die Mundhöhle ist kein abgeschlossener Raum. Sie ist einer der aktivsten Schnittstellenbereiche des menschlichen Körpers. Schleimhäute, Knochen, Muskulatur, Nervenbahnen, Blutgefäße, Speichel, Mikrobiom und Immunsystem treffen hier unmittelbar aufeinander. Internationale Fachgesellschaften definieren Mundgesundheit heute nicht mehr als bloße Abwesenheit von Krankheit, sondern als funktionelles Gleichgewicht eines komplexen Systems.

Ein zentrales Thema der modernen Zahnmedizin ist Entzündung. Zahnfleischentzündungen, Parodontitis oder chronische Entzündungen an Wurzelspitzen verlaufen häufig lange Zeit ohne Schmerzen. Genau deshalb werden sie unterschätzt. Gleichzeitig zeigen große europäische und internationale Studien, dass solche stillen Entzündungen systemische Entzündungsmarker erhöhen können und mit Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen in Verbindung stehen. Seriöse Medizin bleibt hier differenziert. Nicht jede Zahnfleischerkrankung macht krank, doch unbehandelte orale Entzündungen erhöhen nachweislich die Gesamtbelastung des Körpers.

Ein weiterer oft unterschätzter Aspekt ist die Statik des Bisses. Der Kiefer ist Teil einer muskulär-faszialen Kette, die bis in Nacken, Schultern und Rücken reicht. Schon minimale Veränderungen, etwa nach Zahnsanierungen, Kronen oder Füllungen, können Spannungsmuster verändern. Kopfschmerzen, Kiefergelenksbeschwerden oder chronische Nacken- und Rückenschmerzen haben nicht selten hier ihren Ursprung. Entscheidend ist nicht der einzelne Zahn, sondern das Zusammenspiel aller Kräfte.

Auch evolutionsbiologische Entwicklungen rücken zunehmend in den Fokus. Unsere Kiefer werden kleiner, Zähne wandern nach vorne, Weisheitszähne fehlen immer häufiger. Moderne Ernährung, geringere Kaubelastung, veränderte Atmung und genetische Faktoren greifen ineinander. Wer diese Prozesse versteht, kann frühzeitig gegensteuern, besonders im Kindes- und Jugendalter.

Nicht zuletzt hat sich der Blick auf das orale Mikrobiom grundlegend verändert. Mundgesundheit bedeutet heute Balance statt Sterilität. Eine gestörte Mundflora kann lokale Entzündungen begünstigen und wird als Teil systemischer Wechselwirkungen verstanden. Prävention heißt deshalb nicht mehr putzen, sondern individuelles Risikomanagement über Lebensphasen hinweg.

Europa gilt in vielen dieser Bereiche als Vorreiter. Skandinavische Länder setzen seit Jahrzehnten auf konsequente Prävention und individualisierte Betreuung. Schottland hat mit öffentlichen Programmen gezeigt, wie sich Zahngesundheit auf Bevölkerungsebene nachhaltig verbessern lässt. Und europäische Leitlinien sorgen dafür, dass evidenzbasierte, ganzheitliche Zahnmedizin strukturell verankert ist.

Vor diesem Hintergrund wird klar. Zähne haben keine Gefühle, aber sie reagieren. Sie kommunizieren. Und sie sind oft der Ort, an dem systemische Probleme zuerst sichtbar werden.

Und dann: das Beispiel Dr. Carina Emerich-Herzog

Der Weg von Dr. Carina Emerich-Herzog beginnt nicht in der Theorie, sondern im Handwerk. Nach der Hauptschule besucht sie den polytechnischen Lehrgang und absolviert eine vierjährige Lehre als Zahntechnikerin, in einem damals stark männerdominierten Berufsfeld. Präzision, Materialkunde und ein geschulter Blick für Statik prägen diese Jahre. 2012 legt sie den Meistertitel ab.

Doch dieser Titel ist für sie kein Endpunkt. Sie absolviert die Studienberechtigungsprüfung, besteht die Aufnahmeprüfung an der Medizinischen Universität Wien und beginnt das Zahnmedizinstudium im zweiten Bildungsweg, als Mutter. Eine Entscheidung, die Disziplin, Organisation und innere Klarheit verlangt.

Heute vereint sie zwei vollständige Berufe in einer Person. Zahntechnikermeisterin und promovierte Zahnärztin. Eine Kombination, die selbst unter Fachkolleginnen und Fachkollegen selten ist und kaum dokumentiert vorkommt. Beide Ausbildungen sind für sich genommen hoch anspruchsvoll. Zusammen ermöglichen sie ein Verständnis, das weit über klassische Zahnmedizin hinausgeht.

Wenn Handwerk und Medizin zusammenfinden

Diese Doppelqualifikation prägt jede ihrer Entscheidungen. Dr. Emerich-Herzog denkt Zahnmedizin vom Ursprung her. Sie versteht Materialien, Kräfte, Passungen und deren Auswirkungen auf den gesamten Körper. Sie weiß, dass ein Millimeter im Biss darüber entscheiden kann, ob jemand entspannt lebt oder jahrelang unter Verspannungen leidet.

Gerade bei Zahnsanierungen, Kronen oder Füllungen erkennt sie früh funktionelle Ungleichgewichte. Zähneknirschen, Zähnepressen oder Kiefergelenksbeschwerden sind für sie keine isolierten Phänomene, sondern Hinweise auf ein gestörtes System. Ihre Stärke liegt darin, diese Zusammenhänge nicht nur zu diagnostizieren, sondern technisch präzise zu lösen.

Ganzheitlich denken heißt verantwortlich handeln

Zähne sind kein isoliertes System, sagt Dr. Emerich-Herzog. Sie sind Teil unseres gesamten Organismus.
Diese Haltung bestimmt ihren klinischen Alltag.

In ihrer Praxis werden nicht nur Zähne beurteilt. Sie achtet auf Muskulatur, Lymphknoten, entzündliche Zeichen und funktionelle Zusammenhänge. Schmerzfreiheit ist für sie kein Garant für Gesundheit. Besonders stille Entzündungen im Zahnhalteapparat oder an Wurzelspitzen können lange unbemerkt bleiben und dennoch systemisch wirken.

Auch die Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Diabetes oder anderen Stoffwechselerkrankungen spricht sie offen an. Sachlich, evidenzbasiert, ohne Alarmismus. Wissen soll befähigen, nicht verunsichern.

Wissen weitergeben

Ihr Anspruch endet nicht an der Praxistür. Seit vielen Jahren engagiert sich Dr. Emerich-Herzog als Vortragende an der Akademie in Baden sowie als Beisitzende und Vorsitzende im Prüfungskomitee der Wirtschaftskammer für Zahntechniker. Bildung ist für sie kein Titel, sondern Verantwortung.

Ein Ort mit Handschrift

Ihre Ordination ist Ausdruck dieser Haltung. Warme Materialien, ruhige Farben, eine Atmosphäre, die Vertrauen schafft. Vieles wurde gemeinsam mit dem Team gestaltet, persönlich, nicht anonym. Der Standort ist bewusst gewählt. Gut erreichbar, ruhig, eingebettet in ein medizinisches Umfeld, das interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht.

Vom Kind bis ins hohe Alter begleitet Dr. Emerich-Herzog ihre Patientinnen und Patienten. Prävention ist dabei ebenso zentral wie hochwertige prothetische Versorgung. Immer mit Blick auf das Ganze.

Fazit

Jetzt haben unsere Zähne also auch Gefühle?
Nein. Aber sie reagieren sensibel auf das, was im Körper geschieht. Sie sind Frühwarnsystem, Statik-Element, Spiegel innerer Prozesse. Wer sie ernst nimmt, erkennt oft mehr als nur ein lokales Problem.

Dr. Carina Emerich-Herzog steht für eine moderne Form der Zahnmedizin. Evidenzbasiert, ganzheitlich, menschlich. Eine Ärztin, die nicht repariert, sondern versteht. Und genau darin liegt ihre Besonderheit.