Unternehmenskommunikation nach Corona – und die Suche nach neuer Ordnung
Es gab keinen Moment, an dem Unternehmenskommunikation sichtbar gescheitert wäre.
Keinen Blackout. Kein System, das Kollektiv abgestürzt ist. Stattdessen geschah etwas Subtileres.
Mit der Pandemie haben Unternehmen gelernt, schnell zu reagieren. Homeoffice wurde Normalität, Microsoft Teams das neue Büro, das Mobiltelefon der ständige Begleiter. Festnetznummern wurden weitergeleitet, interne Messenger eingeführt, neue Tools ergänzt – oft aus pragmatischem Zwang, selten aus strategischer Weitsicht.
Was folgte, war kein Mangel an Kommunikation, sondern ihr Gegenteil. Plötzlich war alles gleichzeitig möglich. Und genau darin lag das Problem.
Ein Kunde ruft an.
Oder schreibt eine E-Mail.
Oder meldet sich per Microsoft Teams.
Oder nutzt einen Chat.
Im Unternehmen treffen diese Kontaktversuche auf Mitarbeiter, die parallel telefonieren, chatten, konferieren und priorisieren müssen – ohne klare Logik, ohne gemeinsame Steuerung, ohne einheitliche Sicht. Kommunikation zerfällt in Fragmente. Verantwortung wird diffus. Erreichbarkeit wird zur Frage des Zufalls. Die Post-Corona-Arbeitswelt leidet an einem paradoxen Zustand:
Noch nie gab es so viele Kommunikationskanäle – und gleichzeitig so viele verpasste Gespräche.
Abwesende Anrufe – ein vertrautes Szenario
Kennen Sie das? Sie wollen einen Geschäftspartner telefonisch erreichen.
Es klingelt. Niemand hebt ab. Kein Hinweis, keine Rückmeldung.
Einige Zeit später kommt eine E-Mail:
„Sorry, war gerade im Meeting – melden wir uns auf Teams.“ Sie öffnen Microsoft Teams. Dort steht: „Bin gleich wieder da.“ Währenddessen klingelt Ihr Mobiltelefon – eine andere Nummer, möglicherweise derselbe Ansprechpartner. Die Verbindung bricht ab. Kurz darauf erscheint eine automatische Abwesenheitsnotiz: „Heute im Homeoffice, bitte bevorzugt via Teams kontaktieren.“ Was entsteht, ist kein Gespräch, sondern ein kommunikativer Parcours.
Telefon, E-Mail, Chat, Statusanzeigen, Kalender.
Alles ist aktiv. Nichts ist verbindlich. Was hier scheitert, ist nicht der Wille zur Kommunikation.
Es scheitert ihre Zusammenführung.
Wenn Zahlen hörbar werden
Dieses alltägliche Erleben ist kein subjektives Gefühl – es lässt sich messen. Studien zeigen, dass 20 bis 30 Prozent aller eingehenden Geschäftsanrufe unbeantwortet bleiben. In einzelnen service- und beratungsintensiven Branchen liegt dieser Wert sogar darüber. Jeder vierte, teils jeder dritte Anruf erreicht niemanden – obwohl er technisch korrekt eingeht. Noch deutlicher ist das Verhalten danach: 70 bis 80 Prozent der Anrufer versuchen es kein zweites Mal.
Das Gespräch wird nicht verschoben. Es findet schlicht nicht statt. Diese Zahlen erklären, warum Kommunikationsverluste heute so selten auffallen und gleichzeitig so gravierend sind. Es gibt keine Beschwerde, kein Ticket, keinen Eskalationsfall. Der Kontakt verschwindet lautlos – gemeinsam mit einem potenziellen Auftrag, einer Entscheidung, einem Vertrauensmoment. Rechnet man diese Quoten auf den Unternehmensalltag hoch, wird die Dimension sichtbar: Nicht einzelne Anrufe gehen verloren, sondern ein relevanter Teil qualifizierter Kommunikation. Und das in einer Zeit, in der Unternehmen technisch besser ausgestattet sind als je zuvor.
Noch nie hatten Unternehmen so viele Kommunikationskanäle – und waren gleichzeitig so schwer erreichbar
Das eigentliche Problem
Die Ursache liegt selten bei einzelnen Mitarbeitern.
Sie liegt in der Struktur. Mobilfunk, Festnetztelefonie, Microsoft Teams, E-Mail, interne Messenger – all diese Kanäle existieren parallel, aber nicht gemeinsam. Der Anruf konkurriert mit Chats, Meetings und Statusmeldungen. Ohne Priorisierung, ohne Routing, ohne Rückfallebene.
Das Ergebnis ist eine neue Form der Ineffizienz: hochdigitalisiert, gut gemeint – und dennoch unzuverlässig. Die Studien zu verpassten Calls machen sichtbar, was im Alltag oft übersehen wird:
Abwesenheit ist heute weniger eine Frage von Nicht-Verfügbarkeit als von fehlender Ordnung.
Die Rückkehr der Logik
Interessant ist, dass sich leise ein Gegenentwurf herausbildet. Kein weiteres Tool, kein neuer Kanal – sondern ein Perspektivwechsel: Kommunikation wieder als zusammenhängendes System zu begreifen.
Im Zentrum steht nicht mehr die Frage, wie viele Kanäle ein Unternehmen anbietet, sondern wie sie zusammenwirken. Kommunikation funktioniert dann, wenn Mobilfunk, Festnetz und digitale Arbeitsoberflächen nicht konkurrieren, sondern integriert sind. Wenn ein Anruf nicht an ein Gerät gebunden ist, sondern an eine Organisation. Wenn Erreichbarkeit steuerbar wird – für Kunden wie für Mitarbeiter. An dieser Schnittstelle steht UNICOPE exemplarisch für diesen Ansatz. Nicht als zusätzlicher Anbieter, sondern als Ordnungsmodell: Mobilfunk, Festnetztelefonie und Microsoft Teams werden nicht nebeneinander betrieben, sondern zusammengeführt.
Eine Stimme aus der Praxis
Was diese neue Ordnung der Kommunikation auszeichnet, wird besonders deutlich aus der Perspektive jener, die sie technisch und organisatorisch gestalten. Nikolaus Dvoracek beschreibt die Herausforderung der Post-Corona-Kommunikation nüchtern:
„Das eigentliche Problem ist nicht, dass Unternehmen zu wenig kommunizieren – sondern dass Kommunikation nicht mehr dort ankommt, wo sie hingehört.“ Die Besonderheit dieses Ansatzes liegt für ihn nicht in einzelnen Produkten, sondern in der konsequenten Zusammenführung bestehender Technologien. Mobilfunk, Festnetztelefonie und Microsoft Teams seien längst etabliert – die Herausforderung bestehe darin, sie nicht parallel, sondern als ein System zu denken. „Viele Organisationen betreiben heute drei Kommunikationswelten gleichzeitig. Wir haben uns früh entschieden, diese Welten technisch und logisch zu vereinen – damit Erreichbarkeit nicht vom Zufall abhängt.“
Ein wesentlicher Unterschied liegt dabei in der Architektur. Statt Weiterleitungen oder Übergangslösungen steht eine zentrale Kommunikationslogik im Vordergrund – mit klarer Steuerung, intelligenter Verteilung und vollständiger Integration in die tägliche Arbeitsumgebung.
„Wenn Microsoft Teams der Ort ist, an dem gearbeitet wird, dann muss Telefonie genau dort stattfinden – nicht daneben.“ Kommunikation werde dadurch wieder planbar.
Nicht lauter, nicht schneller – sondern verlässlicher.
Künstliche Intelligenz als nächster Ordnungsschritt
Die Frage nach strukturierter Kommunikation endet jedoch nicht bei der Zusammenführung bestehender Kanäle. Sie setzt sich dort fort, wo neue Technologien eingesetzt werden – insbesondere beim Thema Künstliche Intelligenz.
Auch hier zeigt sich ein lösungsorientierter Ansatz: Gemeinsam mit strategischen Partnern wurde nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren eine KI gezielt in die bestehenden Kommunikationskanäle integriert. Nicht als Experiment, sondern als funktionale Ergänzung eines bestehenden Systems.
Der erste konkrete Anwendungsfall ist die KI-gestützte Telefonieassistenz. Ziel ist es, den Menschen dort zu entlasten, wo Kommunikation zwar notwendig, aber nicht zwingend persönlich ist. Einfache Serviceanliegen, Vorqualifizierung von Anrufen, Informationsabfragen oder Terminvereinbarungen werden automatisiert übernommen.
Damit verschiebt sich die Erreichbarkeit grundlegend.
Aus eingeschränkten Zeitfenstern wird eine strukturierte 24/7-Verfügbarkeit – mit vergleichsweise geringem Ressourceneinsatz. Termine können automatisiert und zuverlässig in persönliche Kalender eingetragen werden. Kein Medienbruch, kein Nachtelefonieren, keine verlorenen Kontakte.
Entscheidend ist dabei die Rolle der Technologie: Die KI ersetzt nicht das Gespräch, sondern schützt es. Sie filtert, strukturiert und übergibt – und stellt sicher, dass kein Kontakt mehr ins Leere läuft, nur weil gerade niemand verfügbar war.
Dieser Schritt markiert keinen Endpunkt, sondern einen Beginn. Er zeigt, dass die Zukunft der Unternehmenskommunikation dort entsteht, wo Mensch, System und Technologie sinnvoll zusammenspielen – und Ordnung nicht als Einschränkung, sondern als Entlastung verstanden wird.
Fazit
Die Lehre aus der Post-Corona-Zeit ist klar.
Fortschritt entsteht nicht durch mehr Kommunikation, sondern durch bessere. Die Studien zu verlorenen Anrufen zeigen eindrücklich, was auf dem Spiel steht: Gespräche gehen nicht verloren, weil sie unwichtig wären – sondern weil niemand systemisch dafür sorgt, dass sie ankommen.
Unternehmenskommunikation braucht heute keine weitere Beschleunigung, sondern eine neue Ordnung. Eine, in der Erreichbarkeit kein Zufall ist, sondern Ergebnis einer klaren Struktur.

