Es gibt Unternehmen, die Nachhaltigkeit als kommunikative Disziplin begreifen: ein Kapitel im Geschäftsbericht, ein Label auf der Website, ein beruhigendes Gefühl für den Markt. Und es gibt Unternehmen, die Nachhaltigkeit als technische, industrielle und kulturelle Grundsatzentscheidung leben müssen, weil sonst das Produktversprechen nicht hält. PREFA gehört zur zweiten Kategorie. Wer sich mit dem niederösterreichischen Familienunternehmen beschäftigt, merkt schnell: Hier geht es nicht um „grüne“ Kosmetik, sondern um eine materialgetriebene Logik – und um die konsequente Übersetzung dieser Logik in Systeme für Dach, Fassade und Solar.
PREFA entwickelt, produziert und vermarktet seit Jahrzehnten Aluminium-Komplettsysteme für die Gebäudehülle und bildet damit eine eigene Klasse im europäischen Bau- und Sanierungsmarkt: leicht, langlebig, präzise im Detail – und in ökologischer Hinsicht besonders dort interessant, wo Kreislaufwirtschaft nicht als Schlagwort, sondern als messbarer Prozess verstanden wird.
Ein europäisches Industrieunternehmen mit klarer Kante
PREFA ist in Europa breit aktiv und organisiert sich als Gruppe über mehrere Länder hinweg. Das Unternehmen beschäftigt laut eigenen Angaben rund 720 Mitarbeitende in 19 Ländern; produziert wird ausschließlich an drei Produktionsstandorten in Österreich und Deutschland, die Produktpalette umfasst über 5.000 Artikel. Zudem investiert PREFA stark in das Verarbeiter-Ökosystem: Jährlich werden mehrere tausend Verlegepartner in zahlreichen Schulungszentren ausgebildet – ein Hinweis darauf, dass Qualität im Systembau nicht nur im Werk entsteht, sondern auch im Handwerk und in der Ausführung. PREFA
Diese industrielle Erdung ist für die ökologische Einordnung entscheidend. Denn bei der Bau-Ökologie geht es längst nicht mehr nur um „welches Material“, sondern um die gesamte Prozesskette: Herkunft, Energieeinsatz, Anteil an Recyclingmaterial, Lebensdauer, Wartungsbedarf, Rückbaubarkeit, Wiederverwertung, Dokumentation.
Aluminium: Ökologisch nur dann stark, wenn die Kreislaufkette stimmt
Aluminium gilt im Bau als ambivalenter Werkstoff: In der Primärherstellung energieintensiv – in der Wiederverwertung dagegen außergewöhnlich effizient, weil Recycling den Energiebedarf gegenüber der Primärproduktion massiv reduziert und das Material im Kreislauf geführt werden kann, ohne seine Eigenschaften grundsätzlich einzubüßen. Genau an dieser Stellschraube setzt PREFA strategisch an: über hohe Recyclinganteile, Rückführungslogiken und eine Produktion, die sich messbar in Richtung Kreislaufwirtschaft optimieren lässt.
In der PREFA-Nachhaltigkeitsbroschüre wird das konkret beziffert: Für Dach-Kleinformate wird ein Recyclinganteil von 86,6 % ausgewiesen; über alle Produkte hinweg (inklusive PREFABOND und PREFALZ) wird der Anteil von recyceltem Aluminium mit 77 % angegeben (Datengrundlage: Geschäftsjahr 2020). Zusätzlich nennt PREFA für Dachelemente einen Treibhausgaswert von 3,36 kg CO₂-Äquivalent pro kg. PREFA
Das sind keine „Marketingzahlen“, sondern Kenngrößen, die in der Diskussion mit Architekten, Generalplanern, öffentlichen Auftraggebern und ESG-getriebenen Projektentwicklern eine Rolle spielen, weil sie in Ökobilanzierungen, Gebäudezertifizierungen und Ausschreibungen einfließen können.
Abfall ist bei PREFA kein Endpunkt, sondern ein Rückweg
Eine der aussagekräftigsten Nachhaltigkeitszahlen eines Industrieunternehmens ist nicht die Hochglanzvision, sondern die Abfallbilanz. PREFA kommuniziert hier eine bemerkenswert klare Kennzahl: 51 % der entsorgten Materialien gehen ins Recycling, 38 % in die stoffliche Verwertung, 5 % werden thermisch genutzt, 6 % über eine Abfallbehandlungsanlage entsorgt. In Summe fließen damit 89 % in die Kreislaufwirtschaft zurück. PREFA
Das ist deshalb relevant, weil es das zentrale Versprechen der Kreislaufwirtschaft operationalisiert: Nicht nur „recyclingfähig“ zu sein, sondern reale Rückführungsquoten im Betrieb zu erreichen. In einer Branche, in der Abfall häufig das unsichtbare Nebenprodukt ist, wird er hier zur messbaren Ressource.
Umweltproduktdeklarationen: Die Sprache der glaubwürdigen Nachhaltigkeit
Wer im Bau nachhaltig sein will, muss heute nicht nur „grün“ sein, sondern auch dokumentationsfähig. PREFA arbeitet mit Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs), die im Markt als Standardinstrument gelten, um ökologische Leistungswerte nach transparenten Regeln darzustellen.
So liegt beispielsweise eine EPD für „kaltumgeformtes Aluminiumblech im Außenbereich“ vor (Ausstellungsdatum 16.01.2020, gültig bis 15.01.2026). PREFA
Und auch für PREFABOND-Verbundplatten existiert eine EPD, die den Einsatz im Bereich vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) und weitere Anwendungen beschreibt. PREFA
Diese Dokumente sind nicht „nice to have“. Sie sind in vielen Projekten ein Eintrittsticket, weil sie Vergleichbarkeit herstellen – und weil Nachhaltigkeitsbehauptungen ohne belastbare Deklarationen zunehmend als Risiko gelten: reputativ, regulatorisch und in Ausschreibungen auch wirtschaftlich.
Langlebigkeit als unterschätzter Nachhaltigkeitsfaktor
Nachhaltigkeit im Bau wird häufig auf Materialherkunft und CO₂ reduziert. Doch für die Gesamtwirkung ist ein anderer Faktor mindestens so entscheidend: die Lebensdauer. Je länger ein Produkt funktional und optisch stabil bleibt, desto später fällt Ersatzbedarf an – und desto besser verteilt sich der ökologische „Rucksack“ der Herstellung über die Nutzungsjahre.
PREFA positioniert Aluminium-Systeme als robust, wetterbeständig und korrosionsresistent. In einem Architektenkatalog wird etwa darauf verwiesen, dass Aluminium eine Schutzhaut bildet, die sich bei Verletzungen wieder schließen kann – und dass PREFA Dächer und Fassaden „rostfrei“ und „wetterbeständig“ sind. Design Days
Das ist im ökologischen Kontext deshalb relevant, weil Beständigkeit nicht nur Komfort bedeutet, sondern Ressourcen spart: weniger Sanierungszyklen, weniger Materialwechsel, weniger Logistik, weniger Baustellenemissionen.
Oberfläche, Farbe, Beschichtung: Qualität, die nicht nur ästhetisch ist
Ein weiterer Bereich, in dem PREFA sich klar positioniert, ist die Oberflächenqualität. Im Baualltag ist das kein Nebenthema, sondern entscheidend für Wartungsaufwand, Alterung, Reparaturkosten und damit indirekt auch für Nachhaltigkeit.
PREFA beschreibt mit P.10 eine „farbbeständige Oberfläche“, die für viele Produkte eingesetzt wird und auf Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse abzielt. PREFA
Parallel dazu ist das Farbsortiment breit ausdifferenziert und wird regelmäßig aktualisiert; eine aktuelle Farbkarte 2026 liegt als Dokument vor. PREFA
Warum das ökologisch relevant ist: Je stabiler und langlebiger eine Oberfläche ist, desto geringer ist der Bedarf an Nachbehandlung, Austausch, Neu-Beschichtung oder optischer Sanierung – Faktoren, die in vielen Nachhaltigkeitsdebatten untergehen, im Betrieb aber erhebliche Auswirkungen haben.


Wirtschaftlicher Erfolg: Nachhaltigkeit als Skalierungsmodell
PREFA ist kein Nischenplayer, der Nachhaltigkeit nur im Kleinen beweist. Auf einer PREFA-Länderseite werden für 2023 ein Umsatz von 310 Mio. Euro sowie eine eingekaufte Aluminiummenge von 29.000 Tonnen genannt. PREFA
Diese Größenordnung ist in der Bewertung zentral: Ökologie wirkt im industriellen Maßstab dann, wenn sie skalierbar ist. Wer hohe Recyclinganteile, Rückführungsquoten und dokumentierte Umweltkennzahlen nicht nur im Pilotprojekt, sondern im Serienbetrieb erreicht, verschiebt reale Branchenstandards.
Warum PREFA in der Ökologie-Debatte ernst genommen wird
PREFA ist nennenswert, weil das Unternehmen an den richtigen Stellen ansetzt:
- am Materialkreislauf (hohe Anteile recycelten Aluminiums, klare Rückführungslogik), PREFA
- an der Abfallrealität (messbare Kreislaufquote im Betrieb), PREFA
- an der Nachweisbarkeit (EPDs als professionelle Nachhaltigkeitssprache), PREFA+1
- an der Lebensdauer (Robustheit und Korrosionsresistenz als Ressourcenschutz), Design Days
- an der Systemkompetenz (Komplettsysteme plus Qualifizierung des Handwerks). PREFA
Das Ergebnis ist ein Markenbild, das tatsächlich „wenig Vergleiche zulässt“ – nicht, weil PREFA lauter wäre als andere, sondern weil der ökologische Anspruch in industrielle Kennzahlen übersetzt wird. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit immer öfter überprüft, belegt und eingepreist wird, ist genau das die Währung, die zählt.

